Archive for the ‘Jordanien’ Category

i hate au revoirs

Wednesday, January 12th, 2011

Morgen schlägt die Stunde: Meine Chefin möchte nun von mir hören, was mich gestört hat in den drei Monaten — Wahnsinn, drei Monate!! Wie kann das sein? Die Zeit kennt kein Pardon. Und der Kopf ist leer gefegt, auf einmal habe ich die Tage hier als schillernd und glücklich in Erinnerung. Ganz so war es in Wirklichkeit nicht, aber das ist schließlich so im Arbeitsleben, nicht wahr?

Ich werde – walla, auf die guten alten Tage – am Montag noch einmal im GI Jordanien vorbeikommen und bei Wein und arabischen pasteries mich von meinen Kollegen verabschieden. Es bleibt eigentlich nur eins zu sagen: Dies war ein tolles Praktikum und ich werde die Leute, Amman und sogar die Arbeit vermissen. Ganz verabschieden muss ich mich, hamdullilah, nicht, denn auf meiner Weiterreise durch Jordanien und Syrien wird mich ein neu gewonnener Freund begleiten. Das finale Au Revoir folgt an der libanesischen Grenze… Ich hasse Abschiede. Es ist leicht zu gehen, aber so schwer, die passenden letzten Worte zu finden..

relaxed ins neue Jahr

Monday, January 3rd, 2011

… ganz recht, der Januar beginnt gelassen, allenfalls die neuen Deutschstudenten schwirren tagsüber kopflos durch die Gänge des Goethe-Instituts und wissen nicht wie, wo, was. Dann heißt es wieder: “Entschuldigung bitte, können Sie mir sagen, wo meine.. ah, wo MEIN Klassenzimmer ist…??” oder “Hallo Gudrun, wie geht es Ihnen?” – “Dir, Aaya. Wir waren doch beim Du!”

Allmählich kommt aber wieder Arbeitsstimmung ins Büro. Die Pläne für dieses Jahr stehen fest, unter Anderem erwartet das Goethe-Institut Jordanien eine Jugenschreibwerkstatt und die 50-Jahresfeier im Sommer, außerdem mehrere Seminare noch im Januar, an denen ich auch teilnehmen möchte (darunter ein Seminar zu PR Management in Jordanien). Meine neue Kulturkollegin Sophie W. und ich recherchieren nach möglichen arabischsprechenden Referenten für die Jugendwerkstatt, suchen nach guten und günstigen Ideen für unser Jubiläum (so groß wie beim GI in Dänemark, wird unser Fest höchstwahrscheinlich nicht ausfallen!!); und momentan versucht das Institut einen deutschinternen Serienstammtisch hochzuziehen. Ich hoffe inständig, dass die deutschen Serien sich nicht nur auf Schinken der 1970er/80er beschränken werden. Die Pläne, die wir jetzt schmieden, werde ich in ihrer tatsächlichen Form leider nicht mehr miterleben. Kaum zwei Wochen noch und mein Praktikum ist beendet. Wehmut. Ist es nur bei mir so, dass gerade kurz vor Schluss man wirklich mit den Leuten in Kontakt kommt? Ich versuche jeden Abend etwas zu unternehmen, und sei es auch einfach nur Balkonien bei Freunden oder die Paris Bar in meiner Straße. Vielleicht ist das aber auch ein Fehler. Das macht nämlich den Abschied nur schwerer für mich.

ma fi faoda – ma fi mushkela

Sunday, December 19th, 2010

kein Chaos, ich bin die Ruhe selbst. Na gut, akthib, das ist geflunkert. Gleich ist Prüfungsaufsicht, ich darf dabei sein und als Zweitaufseherin agieren. Das Guter Aufseher, böser Aufseher- Spiel eben und als Aufsichtsfrischling ist man auch sehr nervös. Unsere Hauptaufgabe zur Zeit beschränkt sich auf Schreddern von Dokumenten, Verschicken von Goethe-Weihnachtskarten und das Verzehren der letzten leckeren Catering-Reste vom Kulturjournalisten-Workshop. Also alles zen! Aber so ein Durchschnaufen, wie im letzten Beitrag schon geschildert, tut einfach gut. Am Wochenende wurde eine Bekannte von der Jordan University groß verabschiedet. Und ich genieße, wie Jordanier gelassen feiern können. Kaum Alkohol, einfach mit Gitarre, Mundharmonika und Geige und einem schönen großen Gasofen, der uns alle warm hielt. Und ich lernte endlich! Leute kennen, die guten Rock hören. Als große Muskliebhaberin quälte mich der Kaugummipop und die Gangstarap-Musik hier schon ziemlich. Demnächst also trifft man sich im bei mir nahe gelegenen Canvas (Bar) zu einem Livekonzert. Eine Erlösung.

Weihnachten in Amman

Wednesday, December 15th, 2010

…ist die Zeit der Stürme. Während ich abends im Bett die Eiskristalle in meinem Atem zähle, fegt draußen eine unangenehme Mischung aus Regen und Wüstenstaub durch die Luft und bedeckt alles mit einer braunen Dreckkruste. Gleichzeitig beruhigt sich allmählich das Arbeitsklima im Goethe-Institut. Ganz ungewohnt für mich, denn bei früheren Arbeitgebern und Praktika bedeutete die Adventszeit immer eine kleine Apokalypse. Nachdem wir vergangenen Sa/So den Kulturjournalismus I-Workshop mit 14 Teilnehmern und Frau Mona Naggar als Referentin gut über die Runden gebracht haben, kehrt etwas Ruhe ins Haus – not. Am 27. Dezember fangen die neuen Deutschkurse wieder an, und natürlich läuft bei den Anmeldungen nicht alles nach Plan, weil die Studenten die Anmeldefristen ignorieren oder il otle, am Wochenende, vor geschlossenen Türen stehen (natürlich!) und es dann deswegen täglich einen Aufstand im Sprachbüro gibt.

Wie auch immer, jetzt nimmt sich die Chefin etwas Zeit, einmal ein Fazit von uns Praktikanten einzuholen und Fragen, die sich bei uns im Laufe der Zeit gehäuft haben, zu beantworten. Es ist nur eine Frage von Tagen (oder Stunden?), bis der nächste Auftrag ins Haus schneit. Genießen wir die laxen Stunden also.

Amman und Zarqa: Konzert(e)

Monday, December 6th, 2010

Fazit: Die Anstrengung lohnte sich. Es hat Spaß gemacht und ich habe jetzt eine gute Ahnung davon, wie es im Arbeitsleben eines Eventmanagers aussieht. 😉 Mein Glück: Die Künstler Oliver Schneller und Heather O’Donnell waren überaus nett und bescheiden. Da hatte ich an einem Uniprojekt schon ganz andere Erfahrungen gemacht.

Heather O’Donnell und Schuldirektor Ghazi Musharbash beim Benefizkonert am 4.12.2010

Konzert zur Deutsch-Franz. Kulturwoche in Zarqa am 5.12.2010

Heathers persönlicher Umblätterer: Ehemann Oliver Schneller

Benefizkonzert III

Sunday, November 28th, 2010

Ja, ich weiß. Als würde sich mein Leben um nichts anderes drehen. Das stimmt aber nicht. Heute durfte ich zum Beispiel Däumchen drehen und Bibliothekarin spielen, weil im gesamten Haus die Server streikten. Hier aber ein kleiner Vorgeschmack auf das Konzert, dessen Projektassistenz ich in Planung und Durchführung sowie Marketing bin. Vor Stolz geschwellt Brust hier ist! :)

Der Dezember

Thursday, November 25th, 2010

…läuft. Hoffen wir. Es ist so viel passiert, dass ich nicht zum Schreiben kam und auch jetzt tippe ich sozusagen “auf dem Sprung”. Außerdem war letzte Woche Eid Al-Adha, das Islamische Opferfest, und das hieß für uns: Frei! Wir haben momentan zwei Inspektionren der GI-Zentrale in München zu Besuch, für deren Gästebetreuung ich zuständig bin. Nebenher läuft die Abschlussphase des Benefizkonzerts am 4. Dezember und neue Fragen tun sich auf (hauptsächlich die Technik des Saals und des Instruments betreffend); darüber hinaus befinden wir uns in der heißen Chaosphase für die anstehende Deutsch-Französische Kulturwoche in Zarqa. Das Programm besteht aus jeweils zwei Filmen aus Deutschland und Frankreich, zwei Kunstausstellungen, einem klassischen Klavierkonzert und einer Kinderlesung. Unsere Designerin, mit der ich wegen der brandneuen GI-Sprachkursbroschüre, des Benefizkonzerts und der Kulturwoche sehr viel kommuniziert habe, ist Gott sei Dank sehr zuverlässig und arbeitsam. Dennoch habe ich ein wenig Muffensausen wegen der Kulturwoche, denn meine Kolleginnen der Programmabteilung sind die ganzen nächsten 7 Tage wegen eines Zwischenseminares in der Türkei nicht im Haus. Sie waren mir immer eine große Hilfe und ich muss sagen, dass sich auch mittlerweile so etwas wie Freundschaft zwischen uns gebildet hat.

Doch es gibt auch Unwetterentwarnung aus anderen Windrichtungen. Das Standortanalysen-Projekt geht langsam zu Ende, die letzten Fragbögen, die uns noch für die Auswertung fehlen, folgen hoffentlich nächste Woche. Dann geht die Arbeit für unsere Projektleiterin erst richtig los, denn sie muss auswerten. 😉 Ein Projekt, das mir sehr große Freude bereitet hat und mir die Möglichkeit eröffnete, mehr in Kontakt mit Leuten in und um Amman zu kommen. Was auch zur “Jury” muss sind die Bewerbungen, die wir für den anstehenden Kulturjournalismus-Workshop gesammelt haben. Wir von der zuständigen Mannschaft sind schon ziemlich stolz, dass nicht nur eine winzige Hand voll an Anmeldungen bei uns eingegangen ist. Noch dazu steht seit etwa eineinhalb Wochen der Posten des Workshop-Referenten, den ich aber noch nicht preisgeben darf.

Benefizkonzert II

Saturday, November 13th, 2010

Ich habe hier gerade einen ganz schlimmen Computer im Internetcafe erwischt,  die Tastatur funktioniert nur bedingt. Das Glotzen der maennlichen Anwesenden  macht die momentane Stimmung auch nicht viel besser. Sollte der Cafebesitzer tatsaechlich seinen gweohnten Touristenaufschlag von mir verlangen, kann er mich mal kreuzweise (gerade sehr schlechte Laune hier). Irgendwie war ich dieses Wochenende der Pechvogel der Woche, weil ich nur an Abzocker geraten bin, egal ob im Taxi oder sonst wo.

Das Benefizkonzert geht jetzt in die zweite Phase. Wir haben das Design und den Text fuer den Flyer zusammengestellt und den Neuentwurf an die Deutsche Botschaft, an die Theodor-Schneller-Schule (Konzertinitiator), die Pianistin und diverse andere Sponsoren wie Lufthansa und Union Bank geschickt. Am 15.11. muss die Sache einigermassen wasserdicht sein, weil dann erst mal eine Woche Eid ist, also ein einwoechiges Fest mit Lammschaechten etc pp. Da ist das Buero zu und niemand erreichbar. Die Flyer muessen am 21.11. gedruckt sein und verschickt werden. Inschallah! Jetzt spielt gerade ein Anrainer im Cafe auf seinem Computer diese typische griechische Volksweise, deren Namen ich leider nicht kenne. Sie erinnert an Hava Nagila, wird mit der Zeit schneller.. Ich erzaehle das, um meine Nerven zu beruhigen, denn der Tag heute lief nicht so gut. Ich bebe vor Ehrfurcht vor  Arbeitsmenge, die am Sonntag und Montag noch auf uns zurollen wird> Deutsch-Franzoesische Kulturwoche in Zarqa, (Das Lied wird schneller..) Heather ODonnells Zusatzkonzert mit Videoinstallation, Workshop fuer Kulturjournalismus (die Melodie beschleunigt), fuer das wir endlich eine arabisch-deutsch-englische Referentin gefunden haben, die wegen ihrer multilingualen Faehigkeiten perfekt fuer die Arbeit ist. Standortanalyse (Die Toene rumpeln in wahnsinnigem Tempo) und  ach, das alles findet Anfang Dezember statt und Nadja, Sarina und ich, aber auch unsere Chefin wissen nicht, wo uns der Kopf steht.

Es wird also noch spannend.

Benefizkonzert

Thursday, November 4th, 2010

Da meine Mitpraktikantinnen bereits die Feuerprobe durchlaufen haben, bin ich jetzt an der Reihe.

Das bedeutet: Ich betreue ein Benefizkonzert (Amman, 4.12.2010) anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Theodor-Schneller-Schule, die sich speziell für sozial benachteiligte Kinder in Jordanien einsetzt. Es spielt die amerikanische Pianistin Heather O’Donnell, deren Mann der Großenkel des Schulgründers und ein klassischer Komponist ist. Obwohl ich mich vorrangig um die Erstellung des Flyers und die Besucher zu kümmern habe,  hat sich herausgestellt, dass bis auf den Ort der Veranstaltung und die Anreise und Unterkunft der Pianistin und ihres Gatten eigentlich nichts organisiert ist. Ich lege nun Konzertbeginn, mögliche Pausen und so weiter fest, ob der Konzertsaal passend ist, wer Schirmherr wird (einen großen Dank an Frau Theodory, die mit ihren Kontakten in die Kulturwelt eine immense Hilfe darstellt!) usw. Ich habe festgestellt, dass all you need is Kontakte Kontakte Kontakte. Mit Nummern und Emailadressen (Botschaft, Kulturzentren, Musikerkreise, High Society und Sponsoren) erreicht man fast alles, vor allem aber nervt man nicht immerzu die eigene Chefin und kann unglaublich selbstständig arbeiten.

Ich befürchte, ich könnte etwas Wichtiges vergessen. Regelmäßig gibt es ein Brainstorming mit meinen jetzt erfahrenen Mitpraktikantinnen Nadja und Sarina, nach her findet ein Meeting mit der Chefin und Frau Theodory statt, gut, denn meine Fragezeichenliste ist elendlang. Inshallah, dass alles gut wird! Und selbst wenn nicht der Laden nach Plan läuft: Auf eine gewisse Art und Weise hat es doch ziemlich Spaß gemacht. Wie meine Chefin sagen würde: Ich bin gespannt wie ein Regenschirm.

countdown

Monday, November 1st, 2010

…Countdown für Standortanalyse und den Kulturjournalistenworkshop. Ich konnte erfolgreich ein paar Hildesheimer Dozenten und meinen Mitstudi von AbHierKultur kontaktieren, leider sind beide aus verschiedenen Gründen nicht verfügbar an unserem Wunschdatum. Frau Theodory-Kruppa (freie GI-Mitarbeiterin), Nadja Schlüter (Mitpraktikantin) und ich stecken unsere Köpfe tief in den Adressensumpf deutscher Journalistikprofessoren, um einen geeigneten Referenten für den ersten theoretischen Teil unseres Workshop zu finden. Gar nicht so leicht: praktische Erfahrung muss er haben, ein gutes Englisch und Ahnung von der arabischen Kultur.

Ansonsten heißt es gerade sich die Ohren rot telefonieren und die Hacken wund laufen (ja, in Amman geht zweiteres sehr schnell), um für die bibliothekarische Standortanalyse, die wir in ganz Jordanien betreiben, einen fundamentalen Wissenspool über deutsche Literatur zu erhalten. Auf Deutsch, Englisch, Französisch und Arabisch, die Kommunikation mit den jeweiligen Kulturzentren, Bibs, Unis und Ministerien führt über sämtliche Sprachen, die ich zum Teil nur gebrochen beherrsche. Sehr lustig, sehr anstrengend, vor allem wenn (am Telefon) Emailadressen buchstabiert werden müssen. Unsere Deadlines für beide Projekte liegen in etwa gleich beim 11. November. Jordanien ist nicht so groß wie Deutschland, aber weitläufig genug, um schnell in Zeitbedrängnis zu kommen.

Davon abgesehen drängt auch das ablaufende Visum, zwei Tage bleiben mir noch, dann bin ich nämlich illegal in diesem wunderschönen, vertrockneten Land. HIV-Test (obligatorisch) ist gemacht, der Goethe-Schrieb meiner Chefin verfasst, jetzt heißt es nur noch zur shurta (Polizeit) gehen und inshallah, ich habe mein 3-Monats-Visum! Außerdem ziehe ich nach dem ganzen Hotel-Hopping der letzten Woche endlich in meine neue kleine Wohnung in Jebel El Weibdeh, ganz in der Nähe des Paris Square und des Darat el-Funun-Kunstmuseums. Sehr praktisch, denn einige der angestrebten Kulturzentren, die ich für die Arbeit aufsuchen muss, liegen somit ganz in der Nähe.