Archive for the ‘Chile’ Category

Neuigkeiten von den mineros..Dienstag kommen sie wohl raus

Sunday, October 10th, 2010

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,722275,00.html

¡Viva América Latina!

Thursday, October 7th, 2010

http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,721934,00.html

Turismo

Friday, October 1st, 2010

Ich gebe es ja zu: meine Art, ein Land zu entdecken hat meist recht wenig mit dem Abklappern von touristischen Sehenswürdigkeiten zu tun. Man könnte auch sagen, ich bin una turista malísima. Aber ich bin gerade dabei, mich im Touridasein zu üben und seien wir mal ehrlich: wer würde schon nein sagen, wenn er in die Wüste könnte. Gesagt getan, Flug für 86 000 pesos gebucht und heute Abend gehts los nach Calama, das -wie der Reiseführer sagt- “ein echtes Drecksloch” ist. Calama liegt in der Región de Antofagasta, gehörte mal zu Bolivien und bietet eigentlich nicht viel mehr als ein paar abgehalfterte Bars. Aber das ist ja auch nur unsere Zwischenetappe, morgen früh gehts dann per Bus nach San Pedro de Atacama. Radikale Temperaturwechsel erwarten uns und ich kann nicht wirklich behaupten, die wärmste Jacke mitgenommen zu haben…

Wir haben mehrere Touren gebucht, pro Tour 14 000 pesos bezahlt, das ganze wird ein recht teures Vergnügen. Auf der website http://www.atacamaconnection.com/aconect_es.htm

wird der Ort als kosmopolitisch beschrieben, wohl eher ein Euphemismus für touristisch, aber das nehm in Kauf…

Nachtrag:

Apropos Atacama Wüste:

Es sieht so aus, dass “unsere” Minenarbeiter bald in ihren normalen Alltag zurückkehren können..was nach Monaten des Ausnahmezustandes vermutlich extrem problematisch sein wird..

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,721910,00.html

Bicentenario

Tuesday, September 14th, 2010

Genau das richtige Jahr erwischt: 2010 wird die 200-jaehrige Unabhaengigkeit Chiles gefeiert und richtig offiziell gehts am Donnerstag, 13 Uhr los. Dann wird gegrillt (asado), getrunken (pisco..wer sagt was anderes), getanzt (queca: dank des Goethe-Instituts haben wir auch schon einen Crashkurs hinter uns) und die ganze Stadt, nein ganz Chile wird lahmgelegt. und das bis Dienstag!! Die meisten Geschaefte haben zu, Riesendiskussion, anscheinend ist es nahezu obligatorisch, dass alle schliessen muessen, das heisst es wird weltuntergangsstimmung sein (MIA: “Die Welt geht unter und wir gehen einkaufen”). Das wird schoen..eine Sause :)

Dann schwenken alle ihre Fahnen und vermutlich wird mir das nicht mal komisch vorkommen..

Der schoenste Augenblick heute: ich bekam eine Bewerbung auf eine “Carta de Patrocinio” ,d.h. eine Art formale Schirmherrschaft von einem Konzertveranstalter auf den Schreibtisch, die das Rammstein Konzert, das im November in Santiago de Chile stattfinden wird, organisieren. Chef sagt ja und witzig ist das schon, zu schade, dass ich nicht mehr da sein werde!

Valparaíso

Tuesday, September 14th, 2010

Vor fast 3 Wochen habe ich vom Goethe – Institut aus, einen Ausflug nach Valparaíso gemacht. Zusammen mit einer weiteren Praktikantin, Janine, haben wir den Theaterwissenschaftler Hans – Thies Lehmann ins ca. 70 km entfernte Valparaíso begleitet.

Zuerst besuchten wir ein Haus von Pablo Neruda in dem kleinen Ort “Isla Negra”. Wunderschön gelegen, mit einem öffentlichen (!) Strand..Neruda und seine 3.(?) Frau wurden auf diesem Grundstück begraben. Es wird erzählt, die Form seines Hauses sei der Längenausrichtung Chiles (entspricht in etwa der Entfernung zwischen der Mitte Dänemarks und der Sahara) nachempfunden. También erinnert es etwas an die Form eines Bootes. Neruda war ein leidenschaftlicher Sammler von exotischen Muscheln.

Valparaíso (auch Valpo genannt) ist so ziemlich das Schoenste, was ich je gesehen habe. Eine Hafenstadt und die nordische Heimat in Form von Containern mit der Aufschrift “Hamburg Sued” auf einmal so nahe..wenn es schon wirtschaftliche Beziehungen zwischen den beiden Staedten gibt, kann man doch auch gleich mit dem Schiff nach hause, oder ?

P.D.

Monday, August 23rd, 2010

und siehe da, SPIEGEL ONLINE berichtet von dem Lebenszeichen der chilenischen Minenarbeiter siehe

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,713163,00.html

Manchmal hat die Globalisierung auch ihre Vorteile…

Post aus Chile

Monday, August 23rd, 2010

Die 1. Praktikumswoche liegt hinter mir und trotz des recht langen Arbeitstages ( 8 Std.) muss ich sagen, dass ich selten einen so vielfaeltigen Arbeitsalltag im Praktikum hatte. Die Kulturabteilung des Goethe Instituts ist Mitorganisator zahlreicher Festivals und Workshops. Beispielsweise lief diese Woche das Filmfestival SANFIC  (Santiago Festival Internacional de Cine), das Filme aus zahlreichen Laendern zeigt und ebenfalls als Plattform dient. Das Goethe-Institut ist dieses Jahr mit insgesamt 15 Filmen vertreten, u.a. Fatih Akins “Soul Kitchen”, der eine sehr gute Resonanz erzielte und schnell ausverkauft war. Ab naechste Woche laueft das Festival der Europaeischen Gegenwartsdramatik, das den kuenstlerischen Austausch von chilenischen und europaeischen Kuenstlern, Regisseuren, Dramaturgen intendiert. Ich bin gespannt, insbesondere auf die Begegnung mit dem in KuWi Kreisen ziemlich bekanntem Theatertheoretiker Hans-Thies Lehmann.

Schwerpunkt der heutigen noticias war ein Lebenszeichen von 33 Minenarbeiter der Mine San Jose (850 km noerdlich von Santiago), die vor 17 Tagen verschuettet wurden. Die Freude der Menschen war beeindruckend: die Strassen voll von laut hupenden Autos, ueberall war die chilenische Hymne zu hoeren und die enorme Anzahl der chilenischen Flaggen ueberall. Das ganze Land ist im Taumel und bis zum spaeten Abend (23:46) wurden der Brief eines Minenarbeiters und die Videoaufnahme, die letztendlichen Lebensbeweise, gezeigt. Anscheinend schwappte die Nachricht ueber die Grenzen hinweg und sogar BBC und El Pais widmeten dem Thema einen Beitrag.

Ist davon in Deutschland was angekommen?

Chile es otra cosa

Thursday, August 12th, 2010

Nun bin ich eine gute Woche hier und finde mich mittlerweile ganz gut zurecht. Das chilenische Spanisch ist nicht ohne, jedenfalls nicht fuer mich, die im europäischen Madrid quasi Hochspanisch gelernt hat. Da kommt es manchmal schon zu Konfusionen. Beispiel? In Spanien wurde ich Paca (der Rufname von “Francisca”) genannt, abgeleitet von Paco. In Chile sind  “los pacos”  die Polizei, naja keine offizielle Bezeichnung, eine Bezeichnung der eher unbeliebten “policía / carabinieros”. Ansonsten wird in Chile (und ich glaube, das gilt für ganz Südamerika) nicht das spanische “vosotros” (ihr), sondern immer “ustedes” benutzt.

Weitere chilenische Besonderheiten (“chilenismen”) sind:

como ´tai? = como estás? = wie geht´s?

Qué querí? = Que´quieres?

Cachai? = Entiendes = Verstehst du?

huevon = amigo = Freund, Kumpel

Vor ein paar Tagen fragten mich Freunde meiner Mitbewohner, aus welchem Teil Deutschlands ich denn käme. Ich:”Hamburg” und sofort kam die Sprache auf die Reeperbahn und auf die Beatles, die -zumindest in meiner WG- sehr beliebt sind. Ich mein, wie toll ist das denn, da ist man gefühlt am anderen Ende der Welt und guckt sich die Beatles Box an (Liebe Hildesheimer Mitbewohner ich hab euch trotz der musikalischen Intoleranz sehr gern :) ).

Apropos Reeperbahn: hier ist Prostitution natürlich illegal, wird geahndet und findet trotzdem statt. Was jedoch bemerkenswert ist, sind sog. “cafés con piernas” – ” Kaffee mit Beinen”. Was steckt dahinter? Meist ziemlich dunkle Hinterhofläden, in denen sagen wir knapp bekleidete Chileninnen Kaffee servieren. Das ganze wird hauptsächlich von Geschäftsmännern genutzt, ist z.T. ein Treffpunkt in der Pause. Ich konnte mir darunter wenig vorstellen ,  bin also mit einem Bekannten rein in den Laden und kurioserweise hieß es nur “entren, entren”. Ich hätte eher angenommen, dass Frauen der Zutritt verwehrt wird, war also etwas erstaunt.

Nun werde ich mich auf den Weg ins centro machen  bzw. auf die suche nach einem Mate-Becher.

Ankunft in Santiago

Friday, August 6th, 2010

Nach einem scheinbar nie enden wollenden Flug  ( Hamburg-London-Sao Paulo-Santiago) kam ich am Vormittag des 04. August am Flughafen “Arturo Merino Benitez” in Santiago de Chile an. Ich war zu muede, um mich unnoetig um meinen Koffer zu sorgen und siehe da, er war da und es war ein beruhigendes Gefuehl, ihn nach 1,5 Tagen unterwegs wieder zu haben.

Durch die “escalas” in London und Sao Paulo , hatte ich den direkten Vergleich der Flueghaefen und kann nur sagen, dass die Sicherheitsvorkehrungen in London die striktesten waren, so aehnlich war auch die Atmosphaere am “Heathrow”: riesengrosser Flughafen, alles ueberteuert, keine Rueckzugsmoeglichkeit und ein Smoking Point sowieso nicht.

Zu meinem Glueck hatten meine chilenischen Mitbewohner ein Taxi fuer mich besorgt, das mich vom Flughafen in Santiago zur Wohnung brachte. Der Fahrer war ein entspannter aelterer Herr, der mich nach 5 min Aufenthalt fragte, ob ich mich in Santiago denn wohlfuehlen wuerde..ich sagte ja und mittlerweile bin ich ueberzeugt davon.

Apropos Taxi: ich wuerde es jedem Ankoemmling empfehlen, sich vorher ueber die ueblichen Preise ins centro zu informieren, nur als Absicherung, ansonsten sind die Preise sehr guenstig.

Hier lebe ich in einem sehr alten Gebaeude, das Teil einer Art Palast aus Kolonialzeiten ist: hohe Decken mit Stuck, knarrende Dielen und lange Flure- einfach wunderschoen.

Wir leben zu sechst hier, inklusive Valentìn- sechs Monate alt- und drei Katzen, dessen Namen ich staendig vergesse. Momentan ist in Chile Winter, der zwar deutlich milder als der deutsche Winter ist, allerdings gibt es krasse Temperaturschwankungen zw. Tag und Nacht und da die Haeuser hier keine Heizung haben, ist die Kaelte nicht ohne, aber aushaltbar ( der Fruehling beginnt in Chile erst Mitte September).

Alle Chilenen, die ich bisher kennengelernt habe, sind unglaublich hoeflich und hilfsbereit, aufgeschlossen und ich freue mich total viele neue Menschen kennen zu lernen und hab das Gefuehl, das wird eine tolle Erfahrung hier.

Soviel zu den ersten Tagen: gerade prasselt eine Flut an Eindruecken auf mich, aber poco a poco ..