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Dezemberträume

Monday, January 23rd, 2012

Dezember – jetzt ging es wirklich alles sehr schnell! Das Wetter war nicht mehr allzu toll (aber trotzdem noch immer kein Vergleich zu deutschen Verhältnissen ;)), aber dafür stieg die Vorweihnachtsfreude, denn über Weihnachten bin ich nach Hause gefahren und konnte meinen Freunden und meiner Familie mit tollen Fotos alles über Spanien berichten. Und das nicht nur über Skype 😉

Vorher allerdings gab es noch viel zu tun und viel zu sehen 🙂 Denn es hieß, ab nach Toledo! Die Stadt liegt nicht sehr weit weg von Aranjuez und mit dem Bus war es nur eine Stunde Fahrt. Morgens angekommen haben wir spanisch gefrühstückt: chocolate con churros mit einem zumo natural de naranja. So könnte fast jeder Tag starten! Danach ging es auf Erkundungstour. Toledo ist eine wunderschöne,sehr alte Stadt, auf einem Berg und am río Tajo gelegen. Kleine gepflasterte Straßen schlängeln sich mit vielen Kurven durch die alten, nicht allzu hohen Häuser, Fußgänger und Autos teilen sich eine Fahrbahn, viele kleine Geschäfte tummeln sich unter den alten Häuserfassaden und die Sonne strahlt vom blauen Himmel. Beeindruckend war auch die Kathedrale, die sich plötzlich auf der Straße vor einem auftürmt. Zwar war der Eintritt sehr teuer, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt! Weiter ging es dann zum Geburtshaus von El Greco, einem berühmten spanischen Maler, von dem viele Gemälde auch im Prado hängen. In einem Straßencafé gab es dann zwischendurch ein paar Tapas, auch wenn es ein bisschen kalt draußen war, und ein bisschen bummeln durch die Läden durfte natürlich auch nicht fehlen. Also insgesamt ein sehr schöner Trip in eine tolle Stadt, die ganz anders ist als die, die ich zuvor gesehen hatte.

Zu Hause in Aranjuez wurden die Straßen fleißig mit der kitschiger Weihnachtsbeleuchtung dekoriert und ein blau-weiß-rot leuchtender Weihnachtsbaum mit einer großen Krippe auf der Plaza de la Constitución aufgebaut. Von wegen gelber Schimmer mit besinnlicher Atmosphäre, was man aus Deutschland gewöhnt ist 😉 Einen Weihnachtsmarkt gab es nicht, also ab nach Madrid und gucken, wie es auf der Plaza Mayor aussieht. Dort mussten meine deutschen Freunde genauso wie ich über den “Weihnachtsmarkt” schmunzeln. Auch hier ist der kulturelle Unterschied ziemlich groß, denn anstatt Trink- und Essensbuden gab es Verkaufstände mit allem möglichen blinkenden, leuchtenden und sich bewegendem Klimperkram für die Weihnachtszeit. Immerhin wurden auch kleine, echte Tannen verkauft. Hier wurden ich bei meiner Suche nach Weihanchtsgeschenken zwar nicht fündig, dafür aber in den wie immer vollen Einkaufsstraßen 🙂 Die Menschen und die Atmosphäre dieser spanischen Großstadt werde ich wirklich vermissen, wenn ich wieder in Hildesheim angekommen bin.

Kulturell habe ich mich auch weitergebildet 😉 An einem Nachmittag war ich mit einer Freundin im Museo Reina Sofía und wir haben uns Picassos weltberühmte Guernica angesehen. Ansonsten haben wir die Zeit lieber im Kino oder in einer Bar abends und mit einem Gläschen Wein verbracht. Selbstverständlich gab es auch noch ein paar Partys, zu denen wir gegangen sind, aber die Rückfahrt morgens um 7 mit dem Zug ist doch anstrengender, also wir gedacht hatten 😉 Dennoch verging die Zeit wie im Flug und schon stand die Heimreise für 10 Tage bevor. In der Uni hatten die Dozenten natürlich keine Rücksicht auf die kommenden Weihnachtsferien genommen und somit musste ich bis zum letzten Tag noch einiges tun.

Nach den kurzen Ferien zu Hause flog ich zusammen mit meinem Freund und zwei Freunden aus Hildesheim am 30.12. zurück, um hier Silvester, oder besser nochevieja, zu feiern 🙂 Den Tag darauf ging es abends, bewaffnet mit Weintrauben, Sekt und anderem Trinken, in die Innenstadt. Zuerst haben wir in einer Bar gegessen, dann getrunken und uns mit vielen, vielen anderen Menschen und Mitfeiernden auf der Puerta del Sol versammelt, um mit den zwölf Glockenschlägen die traditionellen zwölf Weintrauben zu essen, die angeblich Glück für das kommende Jahr bringen sollen. Vor lauter Quatschen und Feiern haben wir diese fast verpasst, aber es ist nochmal gut gegangen 😉 Zum Tanzen ging es danach in das Huertas-Viertel, da der Eintritt in den großen Discos bis zu 90 Euro gewesen wäre. Das schöne war, dass in der Disco, in der wir später gelandet sind, auch viele Spanier gefeiert haben und die Musik sehr gut war 🙂 Morgens um halb 8 saßen wir erschöpft im Zug nach Hause, aber es war ein gelungener Start in das neue Jahr!

Viel Besuch, viel Arbeit und viel Freude :)

Monday, November 28th, 2011

HALLOWEEN – dieses Fest wird auch bei den Spaniern groß gefeiert, was mich ziemlich überrascht hat. Gefeiert habe ich es in Salamanca, denn dort habe ich eine Freundin aus Hildesheim besucht, die an der Facultad de Traducción ihr Erasmus-Semester macht. Am 31.10. und 01.11 hatten wir keine Uni und so habe ich mich am Sonntag mit dem Reisebus auf den Weg gemacht. Tickets gab es direkt am Schalter an der Estación Sur, die ich mir schon eine Woche vorher geholt habe, damit, falls der Bus ausgebucht sein sollte, noch hinkomme. Die Fahrt dauerte gut 2 1/2 Stunden und meine Freundin hat mich vom Bahnhof abgeholt. Nachdem wir mein Gepäck im Hostel verstaut hatten (20 Betten, das war schon eine Erfahrung ;)) ging es auf einen kleinen Stadtrundgang, vorbei an den alten Gebäuden, der Kathedrale und kleinen Parkanlagen. Salamanca ist wirklich eine wunderschöne Stadt! Zumindest der Kern 😉 Begleitet hat uns eine Engländerin, die wir zufällig im Hostel getroffen haben. Sonst trifft man in Salamanca viele, viele Deutsche an, seien es Studenten oder Touristen! Abends, nach einem gemütlichen Tapas-Essen, sind wir mit ein paar Mädels aus Salamanca ins Kino und anschließend in eine Bar gegangen, Tinto de Verano getrunken und uns so gut wie möglich auf Spanisch unterhalten. Das klappt zum Glück schon ziemlich gut 🙂 Nach einer eher kurzen Nacht sind meine Freundin und ich zum Frühstücken in einer der besten Chocolaterías der Welt gegangen! Es gab selbstverständlich Chocolate con churros 😉 Und nun zum Abend: überall liefen Gespenster, Hexen, Zombies, aber auch alle anderen vorstellbaren Figuren durch die Straßen, Bars und kleinen Discos. Sie haben sich wirklich viel Mühe gegeben. In einer Erasmus-Disco waren wir mit den Gruselgestalten tanzen und auch der ganze Raum war übersät mit Spinnenweben, Kürbissen und Spinnen. Einfach toll! 🙂

An dem darauffolgenden Wochenende haben wir dann die Rollen getauscht und ich habe Besuch von ihr bekommen. Natürlich habe ich ihr zuerst das einzig sehenswerte von Aranjuez, den Palast, gezeigt und abends waren wir mit ein paar Freundinnen in einer Bar was trinken. Und am nächsten Tag ging es ab nach Madrid! Es war schon etwas besonderes, jemandem die Stadt zu zeigen, als ob sie meine Heimatstadt wäre. Wir sind den ganzen Tag durch die Stadt gestreift, hier und da gewesen, unzählige Fotos gemacht und zwischendurch lecker gegessen, wie zum Beispiel beim Museo del Jamón, wo es die besten Schinkenbrötchen Spaniens gibt 🙂 Abends ging es dann mit ein paar Leuten in eine Disco, bis wir erschöpft den Nachtbus Richtung Aranjuez genommen haben. Selbstverständlich mussten wir dafür noch bis nach Atocha laufen, von wo sie abfahren. Am nächsten Morgen ist leider der Versuch gescheitert, Churros in der Pfanne selbst zu machen, obwohl auf der Packung draufsteht, dass sie dafür geeignet sind. Dafür sind wir hier einen Kaffee trinken gegangen und dann war das Wochenende auch schon wieder vorbei. Das geht alles viel zu schnell!

Die Woche über war Unialltag angesagt. Unterricht – Hausaufgaben – Unterricht – Hausaufgaben. Wie in der Schule 😉 In Tecnologías Aplicadas haben wir mit den praktischen Übungen am Computer angefangen, was für uns deutsche Studenten an den spanischen PCs gar nicht so einfach ist. Abgesehen davon, dass unsere Dozentin die Aufgaben dermaßen unklar formuliert, dass wir meistens nicht wissen, was wir machen sollen. Zum Glück können wir da jederzeit unsere spanischen Leidensgenossen fragen 🙂 Dieser Kurs macht im Gegensatz zu den anderen so gar keinen Spaß. Dafür ist English Literature ganz interessant und der Rest ist auch in Ordnung.

Am darauffolgenden Wochenende gab es wieder Besuch, diesmal jedoch von einer Freundin aus Córdoba. Da sie Madrid schon kennt, haben wir eine etwas andere Tour durch die Stadt gemacht – eine kulinarische! Angefangen bei etwas Süßem in der Mallorquina an der Puerta del Sol (sehr empfehlenswert :)), dann süßen Spezialitäten im Mercado San Miguel, nach einem kurzen Shopping Schinkenbrötchen im Museo del Jamón und zum Schluss Paella… Ja, spanisches Essen kann wirklich riquísimo sein 🙂

Das obligatorische Wintersachenshoppen wurde auch schon erledigt, denn es wird kalt hier! Wintermantel, Schal, Mütze, all das wird gebraucht! In der Uni wird auch nur in den Klassenräumen geheizt, also beim auf den Flur gehen dick einpacken 😉 Dieses Wochenende war der erste Advent und meine Freunde hier aus Aranjuez und ich haben es sogar geschafft, Sonntag morgen auf den Rastro zu fahren. Viele Stände, noch mehr Menschen und noch mehr tolle Sachen und Kleinigkeiten 🙂 Aber man muss zusehen, dass man früh genug, am besten schon um kurz nach 10 hinkommt, damit es noch nicht so voll ist und man alles bewundern kann. Es gibt nämlich zwischen den Schmuck- und Klamottenständen auch mehrere mit alten Büchern, DVDs, Antiquitäten, etc. Nach zwei Stunden stöbern haben wir uns noch mit einem Kaffee in die Sonne gesetzt. Zwar sind die Straßen schon alle mit Lichterketten und -figuren geschmückt und der riesige Eisentannenbaum auf der Puerta del Sol ist auch schon aufgebaut, aber trotzdem wollte noch keine Weihnachtsstimmung aufkommen. Um das zu ändern haben wir am Nachmittag eine Menge Kekse mit bunten Streuseln gebacken 🙂 Jetzt kann Weihnachten kommen!

Zwischen Unialltag und Feriengefühl

Saturday, October 22nd, 2011

Ein aufregender Monat neigt sich langsam dem Ende zu. Es war ein Monat mit Höhen und Tiefen, vielen neuen Erfahrungen und neuen Bekannten.

Am 26.09. war Unistart in Aranjuez und ich war ganz gespannt, wie sich die spanische Universität von der deutschen unterscheidet. Die ersten zwei Wochen hatten wir alle Freiheiten, um alle möglichen Kurse zu besuchen, die uns interessieren könnten und uns die Professoren anzusehen. Diese Chance habe ich natürlich genutzt. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass es gar nicht so einfach werden wird, passende Kurse für uns zu finden, da sowohl der Spanisch-Grammatik-Kurs als auch der Spanisch-Kulturwissenschaftskurs viel zu hohe Anforderungen an uns deutsche Studenten stellt. Am Ende der Woche waren meine Kommilitonen aus Hildesheim und ich erst auf drei Kurse gekommen, die wir definitiv machen wollten. Keine gute Ausbeute. Also gingen wir voller Hoffnung in die zweite Runde. Leider ist der Übersetzungskurs, den wir gerne machen wollten, ausgefallen, sodass wir diesen auf blauen Dunst gewählt haben, da ein andere möglicher Kurs einfach zu langweilig war. Nun habe ich die Kurse: English Grammar, Tecnologías Aplicadas para Traductores e Intérpretes, English Literature, Teorías de la Traducción und Traducción Inversa. Bis jetzt waren die Kurse auch sehr gut und interessant 🙂 Mittwoch ist unser freier Tag, denn die Kurse sind vierstündig angelegt, sodass wir Montag und Dienstag sowie Donnerstag und Freitag die gleichen Stunden haben. Im Gegensatz zu Deutschland dauern die meisten Kurse voll zwei Stunden, sodass man zwischen den Unterrichtsstunden kaum eine Pause hat. Den Begriff “Unterrichtsstunde” verwende ich absichtlich, denn es kommt mir hier fast vor, als wäre ich wieder in die Schule zurückgekehrt – nur auf viel höherem Niveau. Durch den Bologna-Prozess wurde die Gruppengröße stark reduziert und alles wurde sehr viel interaktiver gestaltet, da von den Studenten eine aktive Mitarbeit gefordert wird. Vorlesungen wie bei uns in Deutschland in einem großen Hörsaal gibt es nicht. Dafür habe ich das Gefühl, dass ich hier durch Mitarbeit viel lerne 🙂 Auch ist es einfacher, die Kommilitonen kennenzulernen und des öfteren wurde uns Erasmus-Studenten auch schon Hilfe angeboten, wenn wir die Inhalte nicht verstehen sollten 🙂 Natürlich werden wir auch nicht von den Hausaufgaben und anderen Studienleistungen verschont. In Teorías de la Traducción habe ich schon ein Referat halten müssen, und trotz anfänglicher Nervosität, vor den Muttersprachlern Spanisch sprechen zu müssen, hat es doch ganz gut geklappt 🙂

An zwei Wochenenden habe ich eine Fahrt mit ESN unternommen. Einmal ging es in die Extremadura und das andere Mal nach Zaragoza 🙂 Der Ausflug in die Extremadura lief unter dem Titel “Mad Mansion Trip”, da wir als Übernachtung ein großes Haus mit vielen Zimmern fast nur für uns zur Verfügung hatten. Drum herum war eine große Liegewiese und ein Pool. Nachdem wir nach der fünfstündigen Busfahrt angekommen waren, gab es Paella und Sangría für alle und danach haben wir uns auf die Wiese und an den Pool gelegt, Sonne getankt, gechillt und neue Erasmus-Stundenten kennengelernt 🙂 Am Abend gab es eine Barbacoa mit viel Fleisch und Pommes und noch mehr Sangría und danach ging es ab in eine Dorfdisko bis morgens um 5 😉 Lustig wars! Am darauffolgenden Wochenende war Zaragoza angesagt. Mit Verspätung, wie das hier immer so üblich ist, sind wir mittags angekommen und hatten eine Stadtführung durch die Innenstadt. Sie ist zwar nicht sehr groß gewesen, aber dafür ganz hübsch. Danach hatten wir Zeit “zur freien Verfügung” und sind nach einem schnellen Essen bei Burger King auf eigene Faust durch die Stadt gezogen. Am frühen Abend haben wir uns wieder mit allen Erasmus-Studenten zur botellón getroffen und haben auf dem Hauptplatz die Eröffnung der Fiestas del Pilar mitverfolgt. Anschließend gab es dort Live-Konzerte von spanischen Bands. Es war echt eine tolle Atmosphäre 🙂 Natürlich ging es später wieder in die Disko und morgens gegen 6 mit dem Bus zurück nach Madrid. Das war echt anstrengend, aber der Ausflug hat sich definitiv gelohnt 🙂

Ansonsten ist mittlerweile der Alltag eingekehrt, aber ich habe ein anderes Lebensgefühl als in Deutschland, das sich nur schwer beschreiben lässt. Ein bisschen freier, vielleicht auch etwas intensiver. Auch vergeht die Zeit im Moment wie im Flug, eine Woche vergeht nach der anderen. An den Wochenenden fahre ich mit den Mädels meist am Samstag nach Madrid, um dort mit ein paar Leuten aus unseren Unikursen feiern zu gehen 🙂 Es ist wirklich unglaublich, wie lebendig die Stadt in den Nächten ist! Aber es wird abends langsam kalt, der Sommer ist schon länger vorbei, auch wenn die Sonne noch den ganzen Tag scheint.

Diesen Abend geht es zu einer Erasmus-Party auf dem ático eines Fünf-Sterne-Hotels 🙂 Ich freue mich schon! La vida es una fiesta! Und genau das vermitteln die Spanier auch 🙂

Vivir como los Reyes – Auslandssemester in Aranjuez

Tuesday, September 20th, 2011

In Reiseführern wird das kleine Städtchen Aranjuez oft als spanisches Versailles bezeichnet, für mich ist die Stadt der ehemaligen Sommerresidenz der spanischen Könige Heimat für die nächsten fünf Monate. Als IKÜ-Stundentin ist für mich im 3. Semester ein Aufenthalt im Ausland vorgesehen und da ich Spanisch als Sprache studiere, war die Wahl ziemlich einfach: auf geht es nach Spanien!

Am 5.9.2011 begann meine Reise, natürlich mit Verspätung des Fliegers, in die Comunidad de Madrid an meine Partnerhochschule CES Felipe II, die zur Universidad Complutense de Madrid gehört. Im Vorfeld hatte ich mir ein Hostalzimmer in Aranjuez gebucht, da mir davon abgeraten wurde, über das Internet eine Wohnung zu mieten. Dies war aber nun die Aufgabe für die kommenden Tage. Ich habe mich dagegen entschieden, mir direkt in Madrid eine Unterkunft zu suchen, da eine Fahrt von Madrid nach Aranjuez ca. 1 Stunde dauert, obwohl die Stadt sowohl mit dem Bus als auch mit den cercanías, also den S-Bahnen, sehr gut zu erreichen ist. Natürlich hat dies den Nachteil, dass ich das pulsierende Leben in der Metropole meist nur an den Wochenenden mitbekommen werde, aber für den Unialltag wird es sicher die richtige Entscheidung gewesen sein.

Bevor ich mich jedoch intensiv mit der Wohnungssuche befasst habe, ging es erstmal zum Sightseeing nach Madrid. Mit Stadtplan und Kamera bewaffnet bin ich durch die Straßen wie die Gran Vía und über die Plätze, z.B. die Plaza Mayor geschlendert, vorbei an wichtigen Parlamentsgebäuden und riesigen Monumenten. Alles war ziemlich beeindruckend, doch es war die einzigartige Atmosphäre, die mich von Anfang begeistert hat.Hier wird das Leben auf den Straßen verbracht. Um einen Eindruck von Madrid zu bekommen, lässt man sich also am besten einfach von der Menge mitreißen.

Mit einem guten Gefühl konnte ich schließlich mit der Wohnungssuche beginnen. Erster Schritt war das Besorgen einer spanischen Handykarte, was gar nicht so einfach war, denn wenn man nicht genau aufpasst, welchen Tarif man bekommt, kann das Telefonieren ganz schön teuer werden. Zweiter Schritt war das Studieren der Pinnwandaushänge an der Uni in Aranjuez, zusammen mit noch zwei anderen Mädels aus Hildesheim. Nach unzähligen Telefonaten auf Spanisch, bei denen ich manchmal nur die Hälfte von dem verstanden habe, was mein Gesprächspartner gesagt hat, hatte ich nur sehr wenige Termine zur Wohnungsbesichtigung. Fündig wurde ich schließlich in der facebook-Gruppe von ESN, des Erasmus Student Network von der Universität, und teile ich mir eine hübsche Wohnung mit einer Französin.

Organisatorisch hatte ich noch nicht viel zu tun, außer dem Erasmus-Büro einen Besuch abzustatten, um meine Aufenthaltsbestätigung unterschreiben zu lassen. Eine Einführung gibt es am 22.9., die Kurse beginnen am 26.9. Dafür werden seit Anfang September schon viele Veranstaltungen von ESN angeboten, wie Partys, Kennenlern-Treffen oder  Stadtführungen. Dies sind gute Möglichkeiten, um andere Erasmus-Studenten kennenzulernen, von denen eine überwältigende Zahl aus Deutschland kommt. Ansonsten genieße ich den Rest des Sommers und treffe mich mit Leuten, die ich hier kennengelernt habe. Viva la vida!