Kurioses aus Finnland

Diesen Eintrag hatte ich mir schon während meines ganzen Aufenthaltes hier vorgenommen, aber irgendwie gab es bis jetzt immer Spannenderes zu berichten. Nun aber will ich im Folgenden noch ein paar Kuriositäten und landestypische Dinge auflisten, die mir die letzten Monate so aufgefallen sind.

Nächstes Wochenende werden dann wahrscheinlich noch ein paar Fotos folgen. In meinen Lernpausen bin ich während der letzten Tage immer spazieren gegangen, weil wir herrliches Winterwetter hatten und dabei sind einige tolle Aufnahmen entstanden.

Also dann, hier jetzt aber erstmal Interessantes aus der Welt der Finnen:

  • Strafzettel sind in Finnland einkommensabhängig und anhand der Höhe der Überschreitung werden Tagessätze ermittelt. Studenten müssen schon bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 20 km/h die Mindeststrafe von 115,- bezahlen. Ich habe eine nette Geschichte über den teuersten Strafzettel der Welt gelesen. Ein finnischer Millionär hatte den Großteil seiner Firma verkauft und somit für das der Berechnung zugrunde liegende Jahr ein Tageseinkommen von 9324 Euro gehabt. Da er 22km/h über dem erlaubten Limit lag, wurde dieser Satz mal zwölf genommen und ergab ein Strafgeld von satten 111.888 Euro!
  • Passend zum gerade herrschenden Winter gibt es auch etwas zu berichten. Hier wird kein Salz gestreut, weil es den Bäumen schadet und angeblich bei Temperaturen unter -6°C (hier ist es im Moment schon fast immer kälter) sowieso wirkungslos ist. Das heisst, es wird nur Schnee geschoben und Splitt gestreut. Auffällig ist, dass sich hier niemand beschwert, dass alle damit klarkommen. Selbst alte Leute sind dann eben oft mit einer Art Schlitten unterwegs.
  • Die Autos fahren deshalb alle mit Spikes, die in Deutschland verboten sind, weil sie wohl die Straße kaputtmachen sollen.
  • Am lustigsten finde ich, dass viele finnische Autos eine Motorheizung haben, die das Kühlwasser aufwärmt, damit sie auch bei tiefen Temperaturen noch problemlos starten können. Strom bekommen diese Heizungen über bestimmte Steckdosen-Anlagen, die es auf fast allen Parkplätzen gibt, damit man das Auto damit verbinden kann.
  • Das bottnische Meerbusen ist mittlerweile zugefroren. Die perfekte Abkürzung um von A nach B zu kommen, sei es mit dem Schneemobil, dem Auto, dem Motorrad oder zu Fuß!
  • Egal ob man in eine Apotheke geht, zur Bank, an die Fleischtheke oder sich eine Fahrkarte kaufen will: Überall muss man eine Wartenummer ziehen, damit alles schön der Reihe nach geht und man eventuelll zwischendurch nochwas besorgen kann. Finde ich gar nicht mal so schlecht.
  • Es ist üblich wirklich ALLES und in jedem Geschäft mit Karte zu bezahlen, auch Beträge von 2,- oder sogar noch niedriger. Da werde ich mich in Deutschland erstmal wieder umgewöhnen müssen 😉
  • Wenn wir schon beim Thema Geld sind, kann man auch noch erwähnen, dass keine 1- und 2- Cent-Stücke im Umlauf sind. Alle Preise werden auf 5 Cent auf- und abgerundet.
  • In einem früheren Eintrag habe ich glaube ich schonmal erwähnt, wie spielsüchtig die Finnen sind, dass es in jedem(!) noch so kleinen Supermarkt Spielautomaten gibt, an denen Jung und Alt das Wechselgeld verzockt. Zugute kommt der Inhalt der Automaten angeblich Projekten für Kinder.
  • Sehr schmunzeln lassen hat uns die Tatsache, dass in den öffentlichen Toiletten (sogar im Zug!) nicht nur immer ein seperates Waschbecken in jeder Toilettenkabine installiert ist, nein, auch eine Duschbrause, die sogenannte “Intimbrause”… Gerne würde ich wissen, wieviele Leute das Ding wirklich nutzen und vor allem WIE genau… Das Foto ist in einer Unitoilette gemacht 😉
  • Finnen hassen es wie die Pest, wenn man die Wohnung mit Schuhen betritt. Damit auch kein Dreck ins Haus getragen wird, gibt es vor den Eingängen aus Besenköpfen bestehende “Schuhbürsten”.
  • Kinofilme werden in Finnland nicht synchronisiert. Guckt man einen amerikanischen Film, so wird dieser mit finnischen UND schwedischen Untertiteln gezeigt. Das Ganze soll eine schöne Methode sein, um das Fremdsprachenlernen zu fördern. Finde ich gut. Als wir hier im Kino waren, war es vielleicht nicht ganz die klügste Idee, sich für einen finnischen (Weihnachts-)Film zu entscheiden 😀 Leider hat die Dame am Ticketschalter behauptet, er sei auf Englisch. Das war er dann auch für ganze sechs Sätze. Aber dank den schwedischen Untertiteln habe ich manchmal doch etwas verstanden. “Ar du hungrig?”
  • Wenn man an der Bushaltestelle steht und möchte, dass ein Bus anhält, dann muss man den Arm ausstrecken. Sonst fährt er einfach vorbei :)
  • Der Sinn von Zebrastreifen scheint hier nicht demjenigen aus Deutschland zu entsprechen. Autos halten nicht an, wenn man vor einem Zebrastreifen wartet, einfach losgehen ist die Devise.
  • Ich habe meine Waschmaschine im Handy eingespeichert und telefoniere mit ihr, wenn ich waschen möchte. Die 1,15, die ich dafür bezahlen muss, werden dann von meinem Guthaben abgebucht 😀
  • Last, but not least noch eine ganz tolle Erfindung: Der Geschirr-Abtrockneschrank über dem Spülbecken! Man vergeudet keine Zeit mit Abtrocknen und im Weg herum steht das Geschirr auch nicht.

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