Archive for February, 2009

An einem Tag durch die Welt

Thursday, February 26th, 2009

Heute gab es wieder unglaublich viel Input – den ganzen Morgen bis nachmittags um halb drei lauschten wir Kurzvorträgen, in denen die verschiedensten Universitäten (alles Partner von Gandía) vorgestellt wurden. Zum Teil waren es ausländische Studierende, die ihre Uni vorstellten, den Rest der Vorträge hielten wir Gäste der International Week. Alle arbeiteten mit Powerpoint und vielen Bildern, so dass man doch einen guten Eindruck bekam – und quasi einmal um die Welt reiste. Von Deutschland über die Türkei, Litauen, Finnland, China, USA, Mexiko, Rumänien, Frankreich… am Schluss schwirrte uns ganz schön der Kopf! Aber schön, so viele Nationalitäten und Unis kennen zu lernen!

Nach einem einfachen Lunch in der Mensa hatten wir eine kurze Verschnaufpause, bevor es zu einem Ausflug in ein nahes Feuchtgebiet ging. Ein absolutes Vorzeigeprojekt der Uni, funkelnagelneu sowohl das Visitor Centre, das wirklich sehr beeindruckend und auch ästhetisch ansprechend ist, als auch das Gebiet an sich. Hier sieht man, dass auch Gandia, eigentlich ein typischer Strandort, mehr ist als nur Sand und Sonne, man bekommt einen ganz guten Eindruck von der hiesigen Flora und Fauna, und die Ausstellung ist sehr ansprechend gestaltet.

Jetzt haben wir wieder eine kleine Pause, bevor es heute Abend zum gemeinsamen Abschiedsessen geht. Und morgen heißt es schon wieder Abschied nehmen und die lange Rückreise beginnt – gen Norden, zurück in den Winter…

Auf dem Campus in Valencia – von Ziegen, Kaninchen und Food Technology

Wednesday, February 25th, 2009

Heute war Ausflugstag – wir sind mit dem Bus nach Valencia zum Hauptcampus gefahren. Noch im Bus speicherte sich eine der Auslandsamtmitarbeiterinnen unsere Handynummern und wir die ihre – sie meinte, man könne sich leicht verlieren auf dem Campus. Was kam da auf uns zu???

Der Campus wirkt wirklich riesig und sehr komplex, wie eine eigene kleine Stadt. Insgesamt hat die Politécnica fast 35.000 Studierende, davon studieren gut 30.000 auf dem Zentralcampus. Wir hielten uns also dicht an unsere Leiterinnen und besuchten als Erstes zwei Stunden lang das Forschungszentrum für Animal Research. Bei den Schafen und Ziegen ging uns allen das Herz auf und wir lauschten andächtig, als der Leiter erklärte, die Abteilung versuche, die in dieser Region endemische zimtbraune Schafart zu erhalten und auch junge Bauern zu überzeugen, mit der Schafzucht fortzufahren. Die Milch ist anscheinend um 50% wertvoller an Inhaltsstoffen als jene von normalen weißen Schafen.

Danach ging es zu den Kaninchen und hier mussten die meisten von uns doch erst einmal schlucken angesichts der engen Käfige. Die Kaninchen werden in die ganze Welt exportiert, oft als Embryos, vor allem in Entwicklungsländer, um dort die Ernährungsprobleme zu lösen. Die Vorteile von Kaninchen leuchten ein: Sie brauchen nur Grünfutter, vermehren sich rasch, sind günstiger als Kühe und es gibt keine Probleme mit religiösen Bestimmungen, wie das bei Schweinen ja der Fall ist.

Nach den Tieren ging es zum funkelnagelneuen Forschungszentrum für Food Technology, wo wir uns viele, viele Labors hinter Sicherheitstüren ansahen. Am Schluss hingen wir alle ein wenig in den Seilen, es war schließlich 14h und wir stiefelten seit 4h ohne Pause durch den Riesencampus. Es ging also in die Mensa. Anders als bei uns scheint es keine Zentralmensa zu geben, sondern nur etliche kleine Cafeterias – sehr klein, sehr eng, sehr chaotisch und laut mit langen Essensausgabeschlangen. Wir waren heilfroh, als wir endlich einen freien Platz ergatterten und sitzen und etwas essen konnten (gegen halb drei). Im Bus zurück nach Gandia sackte dann mehr als eine von uns weg in ein Nickerchen, die anderen beschauten sich die endlosen Orangenfelder.

So, genug für heute, ich werde noch einmal den Kurzvortrag über unsere Uni für morgen überarbeiten, der Tag wird noch einmal anstrengend…

Erste Eindrücke vom Campus Gandía

Tuesday, February 24th, 2009

Heute ging die International Week also offiziell los. Auffallend war, dass um 10h, als wir uns alle am Campus treffen und offiziell begrüßt werden sollten, lediglich die deutschen Teilnehmerinnen (aus Ulm, Dresden und Hildesheim) sowie die polnischen Teilnehmer (aus Breslau) anwesend waren – alle anderen Nationalitäten – einschließlich den spanischen Gastgebern – trudelten erst nach und nach ein. Eine lockere Atmosphäre, alle sind sofort per Du, Spanisch, Deutsch und Englisch mischen sich als Sprachen (die Kolleginnen aus dem International Office in Gandia sowie die polnischen und die portugiesische Kollegin sprechen perfekt Deutsch).

Der Rektor des Campus Gandía begrüßt uns offiziell und erzählt ein wenig über Gandía. Unter anderem erfahren wir, dass die Uni Valencia als erste in Spanien vollständig auf Bachelor und Master umstellt und in Gandía das vierte Studienjahr (der BA dauert hier 4 Jahre) speziell für Praktika und Auslandssemester vorgesehen ist. Eine kurze Kaffeepause bereitet uns auf den ersten Workshop bzw. einen Diskussionsaustausch vor. Wir stellen uns und unsere Unis gegenseitig vor (vertreten sind Frankreich, Polen, Portugal, Deutschland, Finnland und natürlich Spanien, weitere Ländervertreter kommen am Donnerstag), dann geht es hauptsächlich um gemeinsame Probleme im Rahmen des ERASMUS-Programmes wie die verschiedenen Semesterzeiten, das Sprachproblem der Studierenden, Credits oder den Auswahlprozess der Outgoings. Es ist wirklich spannend, von den anderen zu hören, wie sie Probleme angehen, welchen Stellenwert die Themen haben etc. – ein sehr wertvoller Austausch, hier über Ländergrenzen hinweg.

Das Mittagessen findet – zu spanischen Zeiten, sprich um 14h – in der Mensa statt, nach einer Pause folgen dann die ersten Seminare der Kurzzeitdozenten, die sich um Tourismus, Umweltschutz und Elektronik bzw. Mikroelektronik drehen. Der Leiter der Abteilung für Medien zeigt mir und einer Kollegin aus Ulm derweil die Uni und wir sind beeindruckt, als wir die Seminarräume und Laborräume speziell für Filmtechnik oder Akustik sehen. Die Studierenden sind gerade dabei, mit Kameras bestimmte Beleuchtungstechniken auszutesten und scheinen viel Spaß daran zu haben.

Der Campus ist durchaus überschaubar, vergleichbar unserem Hauptcampus, im Sportzentrum stehen reihenweise Fitnessgeräte, die die Studierenden kostenlos nutzen können, den Innenhof schmücken Orangenbäume und Palmen, das Meer ist zu Fuß gute 10 Minuten entfernt – endloser Sandstrand. Um diese Jahreszeit wirkt das gesamte Hafenviertel tagsüber ziemlich ausgestorben, die meisten Läden, typische Touristenläden, sind geschlossen, auf den Straßen sieht man vor allem ältere Spanier. Der Vorteil ist anscheinend, dass die Studierenden im Wintersemester leicht bezahlbare und möblierte Unterkünfte finden. Im Sommer sind diese dann von Touristen belegt.

Morgen geht es an die Hauptuni in Valencia, wo wir u.a. zwei Forschungszentren besichtigen…

Vom Winter in den Frühling – Besuch an der Partneruni in Gandia

Monday, February 23rd, 2009

Hallo liebe In-Hildesheim-Zurückgebliebenen,

nach einem langen, langen Reisetag bin ich nun in Gandía, dem Standort unserer Partneruni Universidad Politécnica de Valencia, angekommen und sitze in der Hotellobby, die zum Glück WLAN bietet.

Welch eine Umstellung! In Hildesheim und Hannover heute Morgen bestes Schmuddelwetter: schätzungsweise 3°C, Regen, wintergrau. Über Palma de Mallorca (wo ich rein theoretisch ja gleich eine weitere Partneruni hätte besuchen können) bin ich dann nach Valencia geflogen – wo mich 16° C und Sonne erwarteten. Da muss der Körper erst einmal mit klarkommen!

Die Estació del Norte von Valencia weckte Erinnerungen – vor etlichen Jahren begann hier mein erstes Auslandssemester, denn hier stieg ich in den Zug nach Castelló de la Plana, einer weiteren Partneruni. Diesmal nahm ich genau die entgegengesetzte Richtung und fuhr nach Gandia, das ziemlich genau eine Stunde von Valencia entfernt liegt. Nachdem mich die elektronische Sperre erst nicht aus dem Bahnhof lassen wollte (zum Glück nicht nur mich, sondern auch noch andere Reisende, so dass wir dann alle herausgelotst wurden), ging es mit dem – völlig überfüllten – Bus weiter zum Strand. Ich war zwar noch nicht in der Uni, das kommt morgen, aber die Lage wirkt erst einmal sehr gut, so direkt am Meer! :-)

Tja, was führt mich eigentlich hierher? Auch wir Mitarbeiterinnen vom AAA haben zum Glück dann und wann die Möglichkeit, unsere Partnerunis zu besuchen und uns so ein genaueres Bild zu machen, wo wir unsere Studierenden so hinschicken – und das ist sicherlich für alle Seiten nur förderlich! Der Anlass des Besuchs ist eine sogenannte “International Week”. Die Politécnica hat Kollegen aus der ganzen Welt eingeladen, eine Woche hierher zu kommen und sich auszutauschen. Die Dozenten und Verwaltungsmitarbeiter können sich so ein Bild von der Uni machen, neue Kooperationen knüpfen, Anregungen sammeln und über gemeinsame Probleme diskutieren und ihr Know-How austauschen, die Partneruni profitiert zudem noch in der Weise, dass sie ihren Studierenden auf einen Schlag eine Vielzahl an Ansprechpartnern von Partnerunis aus der ganzen Welt bietet: Am International Day (diesen Donnerstag) stellen wir alle mit Kurzvorträgen unsere Unis vor und beraten in einer Infobörse alle Interessierten und zukünftigen Incomings. Die Dozenten halten darüber hinaus Seminare zu speziellen Themen (Kurzzeitdozenturen).

Es dürfte also eine spannende Woche werden mit Kolleginnen und Kollegen aus bestimmt 15 Ländern, u.a. aus Mexiko, China, den USA und natürlich diversen europäischen Ländern. Mehr davon werde ich versuchen in den nächsten Tagen zu berichten, wenn die Zeit es zulässt. :-)

Bis dahin erst einmal adéu (schließlich sind wir hier auf valenzianisch-sprachigem Gebiet),

Marit